Ein anderer Advent

    Adventleuchten in der Augustinerkirche

    Ab dem 28. November erstrahlte die Augustinerkirche in Erfurt in einem ganz besonderen Licht. Die Installation „Adventsleuchten“ des Berliner Künstlers Philipp Geist beeindruckte die Besucherinnen und Besucher der Kirche immer mittwochs bis sonntags zwischen 16 und 19:00 Uhr sowie zur Adventsvesper von 18:00 Uhr bis 18:15 Uhr. Das ursprünglich bis zum 31. Dezember 2020 geplante Projekt musste jedoch aufgrund der verschärften Corona-Bestimmungen vorzeitig beendet werden und war in den letzten Tagen nur noch während der Vesper zu bewundern.

    Mit Videoprojektoren warf der Künstler abstrahierte malerische Bildkompositionen, Begriffe der Weihnachtsgeschichte und der Adventszeit an die Wände und den Boden der Kirche. Damit die Projektion voll zur Geltung kommen konnte, hängte der Künstler die Wände und die Decke mit transparenten Gazestoffen ab.

    Dieser „andere Advent“ ist nicht das erste Werk des weltweit arbeitenden Künstlers Philipp Geist. Bereits 2009 bespielte Geist den königlichen Thron in Bangkok anlässlich des Geburtstags des thailändischen Königs Bhumibol. Darüber hinaus begeisterte er in der Silvesternacht 2016/17 die Besucher des Kölner Doms mit der Installation „Time Drifts Cologne“ und präsentierte weitere Lichtinstallationen am Frankfurter Römer, in Venedig, Rio de Janeiro, der iranischen Hauptstadt Teheran so wie in Dhaka (Bangladesch). Im Jahr 2013 erhielt Philipp Geist zu dem dem deutschen Lichtdesign-Preis in der Kategorie Lichtkunst.

    Damit reiht sich die Augustinerkirche in Erfurt als geschichtsträchtiges Gebäude in diese Reihe bedeutende Orte ein. Hier arbeitete und betete der Reformator Martin Luther von 1505-1511 und wurde 1507 zum Priester geweiht. Die alt-ehrwürdigen Mauern sowie die aufwändig verzierten Buntglasfenster aus dem 14. Jahrhundert ergänzten sich mit der modernen Lichtinstallation zu einem herausragenden Gesamtkunstwerk.

    Gerade in diesem schweren, von Corona gezeichnetem Jahr war es uns besonders wichtig, diese wertvolle Verbindung aus klassischer und moderner Kunst zu unterstützen. Kunst, Kultur und Geschichte gehören als fester Bestandteil zu unserer Gesellschaft und müssen in jedem Fall bewahrt und gefördert werden.